Obertongesang

Die Kunst, zwei verschiedene Töne gleichzeitig zu singen. Basierend auf einem (wechselnden) Grundton, werden dessen Teiltöne verstärkt und hörbar gemacht.

Kehlgesang

Unter Kehlgesang versteht man die Technik, Obertöne mit der Stimme zu erzeugen, wie sie in den Weiten der Steppe Zentralasiens praktizert wird. Näheres zu dieser Technik auf den einschlägigen Oberton-Webseiten, wie Oberton.org. Bedeutende Vertreter dieser Technik sind Huun Huur Tu aus Tuva, Egschiglen aus der Mongolei und Kolja Simon aus Löhne.

Ich singe in dieser Technik seit den späten Neunzigerjahren. Sie erlaubt es mir hohe, scharfe Obertöne zu singen, aber auch Klagegesänge anzustimmen. Eine besondere Form des Kehlgesangs ist der sogenannte Kargyraa. Er klingt wie  das Blöken eines Schafbocks, vom Menschen mit Intention zur (Gesangs-)Kunst erhoben. Ich stelle mir vor, wie ein einsamer Schäfer, noch bevor Geschichte geschrieben wurde, in der endlosen Steppe des Altai  anfing, seine Tiere zu imitieren, mit ihnen zu kommunizieren. Tibetische Mönche nutzen eine ähnliche Technik, wenn sie ihre Mantren singen. In mir persönlich breitet sich eine beruhigende Vibration aus aus, wenn ich brumm-singe, die sich auf die Hörenden überträgt.

Westlicher Obertongesang

Diese Technik bedient sich der normalen weichen Singstimme. Das bedeutet die Kehle ist offener, der Grundton ist gut hörbar. Als meine Lehrer würde ich hier einfach mal Wolfgang Saus nennen. Ich habe mit ihm auf einem Festival in Bayern gesungen und gespielt. Dort habe ich mir eine Menge von ihm abgehört. Später Habe ich einen Kurs polyphonen Obertongesang bei ihm und Stuart Hinds besucht. 

 

Didgeridoo

Das Didgeridoo ist eine Röhre, meist aus Holz,  die mit den Lippen und der Atemluft in Schwingung versetzt wird. Es gilt gemeinhin als das älteste Blasinstrument auf Erden. Die Ureinwohner Australiens nutzen es seit jeher rituell.

Ungefähr zur gleichen Zeit, als ich den Oberongesang kennenlernte, stellt mir ein Freund das Didgeridoo vor. Sein erdiger, röhrender Klang faszinierte mich sofort. Es gelang mir recht schnell einen passablen Ton zu erzeugen. Auf abenteuerliche Weise kam ich dann zu meinem ersten eigenen Didgeridoo aus Bambus. Mittlerweile spiele hauptsächlich auf Eukalyptus und auf heimischen Harthölzern. 

 

Maultrommel

Mit einer Maultrommel fing bei mir musikalisch alles an. Ich suchte ein kleines Souvenir von einer schönen Reise mit guten Freunden durch Spanien und Südfrankreich. In San Sebastian wurde ich in einem Musikgeschäft an der Kasse fündig. Ich war eigentlich nur mit einem Freund mitgegangen der sich für E-Gitarren interessierte. Und da lag sie dann, rot der Rahmen, fein ziseliertes Blumenornament vorne und auf der Rückseite stand: Castelfidardo und Scacciapensieri und das Patent. Damit hab ich dann losgelegt in der Düne von Pyla. Meine ersten Obertöne, ohne auch nur zu ahnen, was das überhaupt ist! Derzeit spiele ich hauptsächlich estnische Maultrommeln von Priit Moppel. Sie sind obertonreich und ausdrucksstark. DerTon wir erzeugt, indem man den Metallbügel an die Zähne presst, und die Metallzunge in den geöffneten Mund schwingenlässt. 

 

Kalimba

Kalimba, das afrikanische Daumenklavier. Lieblicher Klang, seelentröstende Freudstifterin. Ich hatte das Glück vor einigen Jahren Galsan Tschinag bei einigen seiner Seminare zu begleiten. Das lief so ab, daß ein Teilnehmer mit einem Arbeitswunsch an ihn herantrat, dann schamante er und erzählte allgemeingültig über dieses Thema, im Anschluß spielte ich auf einem meiner Instrumente eine Improvisation im Geiste des zuvor Erlebten. Bei einer dieser Gelegenheiten stand er auf, nahm meine Kalimba und seinen Gedichtband "Liebesgedichte" in die Hände, reckte sie in die Höhe und sprach: Diese Zauberkiste und diese Büchlein auf jedem Nachttisch und wir bräuchten diese Seminare nicht mehr... 

Gong